Stromversorger: RWE kämpft gegen Windmühlen – Teil 2

Finanzielle Krise

Die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Konzerns stehen infrage seit die Bundesregierung die Energiewende beschloss. RWE verdient deutlich weniger Geld: Aufgrund der neuen politischen Linie bricht ihm das Stammgeschäft der konventionellen Stromerzeugung weg. Auch die Mitarbeiterzahl geht inzwischen zurück. Ende Juni waren noch 62.693 bei RWE beschäftigt, 5888 weniger als noch vor einem Jahr. Bis Ende 2016 sollen es nur noch 61.000 Mitarbeiter sein. Das liegt vor allem an dem Sparkurs des Stromversorgers.

Die Gewinne rauschen in den Keller – wie jüngst aus den neuesten Quartalszahlen deutlich wurde. Sinkende Großhandelspreise und ein milder Winter verringerten die Erträge der Stromerzeugung im ersten Halbjahr, zudem flossen keine Gewinne mehr von der zum Verkauf stehenden Öl- und Gasfördertochter Dea in die Kasse. Der Verkauf soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein, wenn es nach Vorstandschef Peter Terium geht. Für 5,1 Milliarden will er Dea an den russischen Oligarchen Michaeil Fridman verkaufen. Auch Wachstumsfelder wie die erneuerbaren Energien oder der Vertrieb von intelligenten Systemen in Haus- und Verteilernetzen konnten die Verluste nicht auffangen.

RWE braucht Geld: Der Konzern hat große Schulden, seine Erträge stürzen ab. Da die Gas- und Kohlekraftwerke kaum noch wirtschaftlich laufen, hatte RWE schon Mitte August angekündigt, drei weitere Kohlekraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 1000 Megawatt stillzulegen. Insgesamt will der Konzern in Deutschland und den Niederlanden 9000 Megawatt vom Netz nehmen, in Großbritannien immerhin 5000 Megawatt.

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